Dienstag, 23. November 2010

Hase Lucy

Tierarzt sein ist wohl auch nicht immer einfach. Denn da gibts PatientInnen, die lieber keine Behandlung möchten. Und aus lauter Angst schnappen. Genau, Hund Nummer 3 ist eine solche Patientin. Sie schnappte gestern den Tierarzt am Kopf, zum Glück ohne Folgen. (Mir fällt auf, dass ich hier oft "zum Glück" schreiben muss!) . Dabei wollte der Tierarzt nur Lucys Pfote untersuchen.
Aber möglicherweise war die erste Begegnung der beiden nicht optimal - Lucy war erst kurze Zeit bei uns und litt damals an einem schlimmen Durchfall. Der Tierarzt wollte ihr Fieber messen - da reagierte sie ganz heftig. Er liess sie jedenfalls gestern sein und gab Moritz, der mit ihr dort war, eine Salbe mit, die antibiotisch und antimykotisch wirkt. Von uns lässt sie sich die problemlos drauftun. Uns traut sie. Zum Glück (!).
Heute beim Rennen erwartete ich eigentlich Schnee! Aber da waren nur Tannen mit Zuckerguss, Schneeregen und matschiger Boden. Dementsprechend wurden die Hunde DRECKIG.
Aber Spass machte es uns allen. Vida, weil sie tiefe Temperaturen liebt, Lola sowieso und Lucy schlug Haken wie ein Hase vor lauter Freude.

Samstag, 20. November 2010

Übersprungshandlung

Vorhin, beim Eindunkeln, obwohl noch total Nachmittag, probierte ich wieder, Lucy auf das Hundekursfeld zu lotsen. Ging ziemlich schief. Sie entdeckte nämlich auf dem nebenstehenden Feld eine Frau, die statt auf dem Weg eben querfeldein ging. Die machte das einzig Richtige, sie blieb stocksteif stehen, als Lucy sie bellend umkreiste. HIER nützte wieder mal nichts, das vierte KEHREN bewirkte, dass Lucy die Frau in Ruhe liess und zu uns zurückkam.
Ich möchte mich hiermit bei der unbekannten Frau für Lucys ungebührliche Verhalten entschuldigen. Es war eben eine typische Übersprungshandlung (Biologieunterricht bei Herrn Petermann, zweite Klasse Gymnasium. Das sind gut eingeübte Handlungen, die wir tun, weil wir etwas anderes tun sollten, das uns schwieriger scheint. Auch wir Menschen neigen zu Übersprungshandlungen. Tiere - Menschen - oft nur ein  klitzekleiner Unterschied!).
Danach band ich Lucy an einen Pfosten des Hundekursfeldes und sie musste zusehen, wie Lola Tannzapfen jagte. Vida, die vorher den Brätliplatz abgesucht hatte, stand einfach da und wäre wohl gerne nach Hause gegangen.

Seit einer Woche hat Lucy an der linken Hinterpfote eine abgeschürfte Stelle, die einfach nicht besser wird. Logisch, weil sie alles abschleckt, was ich ihr drauftue: zuerst Kamillensalbe, dann Lehm und jetzt von Weleda den Wundpulver, was mich das Wirksamste bis jetzt dünkt. Einen Verband hat sie in Minuten weg.  Das Beste wäre wohl so ein Kragen, der Lucy am Schlecken hinderte.
Leider hat unser angehende Tierarzt noch keinen Zugriff zu solchen Dingen, einzig Impfstoff und Wurmtabletten könnte er uns günstig beschaffen. Immerhin, die Wurmtabletten sind höllisch teuer - für drei Hunde! Ich freu mich drauf, wenn er in einigen Jahren unsere Hunde verarzten wird!

Montag, 15. November 2010

Lotto

Ich hätte einen Halbmarathon rennen mögen, gestern. So schön wars und so stark fühlte ich mich. Und den Hunden gefiels auch. Stattdessen warens nur 100 Minuten, na, immerhin. Kaum Begegnungen, zwei Mountainbiker und zwei Personen mit zwei Hunden. Die Menschen sind häuslicher geworden. Was tun sie denn stattdessen? Sitzen vor dem TV??
Ich schaue nie, denn ich mag die starre Zeitstruktur nicht. Was ich stattdessen tue, ist Serien oder neu auch Filme herunterzuladen und die mir abends anzuschauen. Das Sofa, das Laptop und ich. Serien dauern eine vernünftige Zeit von circa 40 Minuten. Meine Lieblingsserie True Blood (Vampire!) läuft erst nächstes Jahr wieder. Ich mag aber auch The Good Wife (Fälle in einer Anwaltspraxis) , Life Unexpected  (plötzlich taucht die weggegebene Tochter im Leben zweier 30-Jährigen auf) und Lie to Me (Mikro-Gesichtsausdrücke!).
Filme gingen mir bis jetzt zu lange, denn ich möchte noch unbedingt lesen, bevor ich ins Bett gehe. Aber ich hab gemerkt, dass ich Filme nicht in einem Rutsch anschauen muss.
Gestern schaute ich Eat Pray Love, der sich gut zerstückeln liess (Italien, Indien, Bali). Nicht ein absolutes Muss, dieser Film, aber zwei Dinge sind bemerkenswert: 1. Julia Roberts kann den perfekten Lotussitz und 2. folgende kleine Geschichte: Da kniet ein Mann jeden Tag vor einer Statue und sagt: "Bitte, bitte, mach, dass ich im Lotto gewinne." Er tut dies monatelang jeden Tag, bis es der Statue reicht und sie sich in einen Menschen verwandelt, runtersteigt vom Podest und sagt: "Kauf doch endlich mal einen Lottoschein!"
!!!

Freitag, 12. November 2010

Vögel

Ich habe neue Haustiere: Vögel! Das Futterhäuschen hängt schon am Baum und wird von unzähligen Vögeln besucht. Wenn ich damit verhindern kann, dass vielleicht ein paar Vögel über den Winter in den Süden fliegen und jämmerlich auf mit Leim bestrichenen Ästen verenden, dann hab ich schon etwas erreicht. Gestern kaufte ich auch einen Nistkasten, den ich gelegentlich an den Ahorn nageln werde. Ich bin gespannt, welche Vögel sich in unserem Garten niederlassen werden. Zur Zeit sind es Spatzen, Buchfinken und Kohlmeisen. Einige Vögel kenne ich, denn mein Vater hat ein riesiges Vogelwissen, da ist ein kleiner Teil an mir haften geblieben. Mit dem Vogelbestimmungsbuch von Moritz kann ich denn auch seltene Vögel benennen. Ich mag Katzen sehr gerne, bin aber gerade froh, keine eigene zu haben, Vögel und Katzen sind nicht unbedingt kompatibel!

Lucy und ich liessen den Hundekurs gestern sausen. Am Mittag probierte ich, Lucy auf den Trainingsplatz zu locken - vergebens. Dieser Platz ist jetzt in ihrem Kopf negativ besetzt. Das wird viel Arbeit brauchen, dies umzukehren! Ich geb den ganzen Dezember kein Pilates, nachher nur noch alle drei Wochen, was mir mehr Luft gibt. Auch, aber nicht nur, für den Hundekurs. Aber wenn es mir nicht gelingt, die negativen Erfahrungen von Lucy mit positiven zu überdecken, dann lass ich es sein. Jedes mal Lucy auf den Platz zerren zu müssen, das mag ich nicht. Dann muss ich einen anderen Kurs suchen.
Jetzt ist es vier Uhr nachmittags und drei Hundbäuche sind leer. Zwei Hunde warten geduldig auf dem Sofa, der dritte Hund nagt am Hundekissen, bellt und nervt!

Montag, 8. November 2010

Stress

Der kleine Quälgeist Lucy liegt neben mir und möchte gerne von mir gestreichelt werden. Ich aber will schreiben! Sie pfötelt und schleckt mich ab, was ich gar nicht leiden kann. Jetzt ist sie ruhig, es ist ja schon bald 10 Uhr abends, Zeit für kleine Hundis, schlafen zu gehen. Unsere Hunde sind abends eigentlich immer müde, denn tagsüber läuft meistens genug Energieraubendes.
Heute waren wir wieder an der Aare, und zwar auf der Joggerstrecke. Und Lucy liess die meisten Rennenden links liegen, einerseits, weil ich sie an die verbale Leine nahm, anderseits - vielleicht wird sie doch langsam älter und vernünftiger??? Dann trafen wir kurz Moana an ihrem Arbeitsplatz, weil ich ihr die Arbeit für ihren CAS in interner Kommunikation, die ich durchgelesen hatte, zurückgab. Leider kam Moana nicht mit uns nach Hause - Lucy winselte auf dem ganzen Nachhauseweg deswegen!
Der Hundekurs vergangene Woche hatte Lucy mehr gestresst als ich dachte. Am Freitagmorgen, der einzige Morgen, an dem ich früher als Patrick aufstehen muss, begrüsste sie mich nicht. Komisch. Aber schnell sah ich, weshalb: Da lag eine riesige gelbe Pfütze mitten im Zimmer! Lucy war ganz niedergeschlagen deswegen. Armer Hund! Ich möchte aber trotzdem übermorgen nochmals in den Donnerstaghundekurs. Das wird dann aber das letzte Mal sein, es zeichnet sich eine Lösung für den Samstag ab: Ich gebe nur noch jedes dritte Mal Pilates, das heisst, Lucy und ich können wieder regelmässig in den friedliche Kurs am Samstagmorgen. Das wäre super!

Donnerstag, 4. November 2010

Lucyhexe

Ok, es war sicher mein Fehler, dass ich am Dienstag, als ich etwas spät am Mittag nach Hause kam, die stürmischen Hunde gleich ins Auto packen wollte. Sie hätten zuerst runterfahren sollen in ihren Emotionen. Das ging nämlich schief, denn plötzlich stürzte sich Lucy mit einer Wucht auf Vida, die sich verzweifelt wehrte, gegen die Wand und auf den Boden fiel. Lucy stoppte erst, als ich einen Becher Goodies über sie leerte. Aber Vida ist seither verletzt, wo, ist uns nicht klar.  Moritz und ich tasteten sie ab, aber sie zuckte nirgendwo zusammen. Sie machte bis gestern kaum einen Schritt, hinkte oder blieb stehen und hob ihr rechtes Vorderbein. Ich ging rennen gestern, musste aber bald umkehren und Vida mit einem Stück getrockneten Fisch im Auto lassen. Ich massiere sie jeden Tag, was ihr enorm gefällt. Auch heute ging sie langsam hinter uns her. Ich glaube, sie war sehr geschockt und deshalb richtig erstarrt. Ich war ja auch geschockt. Keine Ahnung, weshalb Lucy dies tat. Vielleicht halt einfach Eifersucht oder Rangordnungsangriff.
Jetzt gerade, eine halbe Stunde nach dem Hundekurs, ist Lucy geschockt. Sie wollte ja gar nicht auf den Platz, bockte und schlüpfte aus dem Halsband. Ich fing sie wieder ein, machte das Halsband enger und zerrte sie brutal auf den Platz. Sie hatte keine Chance, das wusste sie, sie fügte sich und machte gar nicht so schlecht mit. Dann wurde die Gruppe geteilt, die mit den kleinen Hunden und der Riesenhund von Mallorca blieben auf dem Platz, wir andern gingen in den Wald. Alles ging super, bis während des freien Rennens einer der andern Hunde, vielleicht Leica, Rhodesian Ridgeback oder Neros, brauner Labrador,  oder die Berner Sennenhündin Lucy rammte, sodass sie jaulte und davonrannte.
Dann wollte sie nur nach Hause. Als wir am Riesenhund vorbeigingen, fletschte sie die Zähne, dabei war der ja wirklich unschuldig! Die Hundetrainerin sagte, dass ich das gar nicht dulden solle. Und auch wenn es stressig für Lucy sei, sie müsse da durch, sonst bestätigten wir sie in ihrer Ängstlichkeit. Ok, dann gehen wir wieder hin in einer Woche. Wird nicht einfach sein. Aber auch ich bin überzeugt, dass ein solcher Kurs sehr wichtig ist. Vor allem für Lucy.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Alte Männer

Eigentlich habe ich kein Flair für alte Männer - aber da gibt es zwei, die mir ein wenig Eindruck machen. Der eine, Josef Pilates, starb mit 84 mitten in seiner Arbeit an einer Rauchvergiftung, die er sich beim Brand seines Studios geholt hatte. Der andere, Bellur Krishnamachar Sundararaja Iyengar, ist mit 92 noch putzmunter und macht jeden Tag seine Yogaübungen, zum Beispiel den Kopfstand (mit Hilfe eines Seils!). Beide waren als Kind schwächlich und kränklich und arbeiteten an ihrem Körper, bis der gesund und stark wurde. Beide sind ganz klar Vorbilder für mich. Ich schüttle den Kopf über die Annahme der meisten Menschen, alt werden bedeutet schwach werden. Ja, die meisten werden schwach, weil sie aufhören, sich zu bewegen! Da stand ich doch vor einiger Zeit an der Kasse im Coop, vor mir ein altes Paar, etwas zittrig. Dem alten Mann fiel beim Bezahlen ein Geldstück auf den Boden. Ich bückte mich nicht, sondern fragte, ob ich es aufheben solle. Denn ich bin der Meinung, uns fallen Dinge auf den Boden, damit wir uns bewegen müssen! Der alte Mann sagte:"Oh ja, bitte heben Sie es auf. Ich kann das nicht so gut, meine Knie tun mir weh." Na, da hob ich das Geldstück halt auf, dachte aber, da hat einer eine Gelegenheit verpasst.
Ich hatte Geburtstag letzte Woche und kriegte von Patrick ein dickes Buch von B.K.S. Iyengar: Yoga. Sehr spannend! Der Zufall verschlug mich nämlich vor vielen Jahren, als ich unter heftigen Rückenschmerzen litt nach zwei Schwangerschaften und mehreren Jahren Babys Rumtragen zu einer charismatischen Yogalehrerin, Lieselotte Haas, die Iyengar Yoga praktizierte. Seither bin ich  Iyengar-Fan. Yoga hat mich schon als Kind interessiert, mein Vater machte ab und zu Übungen aus einem Buch, das heute in meinem Besitz ist: Sport und Yoga von Selva Raja Yesudian. Hab ihn gerade gegoogelt: Yesudian stammt aus Südindien und war einer der ersten Yogalehrer in der Schweiz.
Yoga hat mich jedenfalls wieder gepackt!
Ich bekam viele tolle Geschenke zu meinem Geburtstag, zum Beispiel von Debi zwei Tüten mit Käse-Hafer-Kugeln. Zuerst dachte ich, das sei für mich, aber nein, das Bild, das sie drauf geklebt hat, ist deutlich: LolaVidaLucy. Einen Sonntagnachmittag lang hat sie nach einem Rezept aus dem Internet diese Goodies gebacken! Ich hab daran wohl mehr Freude als die Hundis. Und einen neuen Herzfrequenzmesser bekam ich auch noch, den Suunto M4. Ging ihn heute ausprobieren und bin neu motiviert, ein wenig länger und schneller zu rennen.