Das alte Jahr neigt sich zu Ende. Ausserdem ist dies mein 200ster Blog, deshalb dachte ich, ich lass mir mal ein Feedback von meinen Hunden geben. Wir werden ja alle immer wieder gefeedbacked und müssen andere bewerten. Jetzt dürfen auch mal LolaVidaLucy. Ich habe speziell einen Fragebogen ausgearbeitet, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist, gestern verteilt und heute eingezogen. Dies ist das Ergebnis:
Lola
Also mir gefällt es eigentlich ganz gut in dieser Familie, es hat einfach ein paar Hunde zu viel. Ich wäre ja so gerne Einzelhund. Und manchmal verstehe ich die beiden Windhunde nicht. Die klauten zum Beispiel heute morgen die restlichen Weihnachtskekse, die noch zusammen mit Schokoladekugeln in Cellophantüten steckten, vom Tisch und assen alles auf. Nein, die Tüten nicht, und auch nicht die Schokoverpackung. Die sind so gefrässig, die beiden, verstehe ich nicht. Mit Vida komme ich ganz gut aus, und auch Lucy mag ich eigentlich, aber manchmal sucht die einfach Streit, wenn sie mir meinen Platz unter dem Esstisch wegnimmt. Gewisse andere Hunde mag ich nicht so, denen muss ich halt immer wieder zeigen, wer die Waldchefin ist. Und es stört mich, wenn Lucy mit andern Hunden spielen will. Entweder spielt sie mit mir oder gar nicht! Aber sonst ist alles ok.
Vida
Ich bin ganz zufrieden, denn diese Familie hat vier Sofas!!! Das einzige Negative: Ich krieg zu wenig zu essen!! Deshalb muss ich mir halt nehmen, was rumliegt, oft habe ich Glück und finde auch Brot im Wald. Also ich esse alles, bin da gar nicht schwierig. Zur Zeit ist es angenehm kühl draussen, aber wenn meine Familie den Ofen einfeuert, dann muss ich auf ein anderes Sofa weit weg vom Ofen wechseln, ich mag Wärme gar nicht.
Ich komme mit allen Hunden klar und Angst habe ich vor nichts und niemandem, die andern beiden sind eher Angsthasen. Gewitter und Feuerwerk - wo ist da das Problem? Ich gehe jedem Streit aus dem Weg.
Ich freue mich immer sehr, wenn ich raus darf, aber dass wir dann manchmal stundenlang im Wald rumirren, das verstehe ich nicht. So eine halbe Stunde genügt völlig!
Lucy
Super, diese rennbegeisterte Familie! Von mir aus könnten wir noch öfters weit rennen gehen, ich bewege mich so gerne. Und mein Körbchen mag ich auch, dorthin flüchte ich mich, wenn es draussen laut donnert. Aber auch nachts bin ich gerne drin, dort fühle ich mich geborgen. Und mir gefällt es, dass ich Teil eines Rudels bin, wäre gerne Chefin, aber da werde ich leider von niemandem unterstützt. Auch etwas anderes finde ich nicht gut: Ich möchte mehr Fleisch! Dieses ewige vegetarische Essen mag ich nicht, das Trockenfutter am Morgen kann ich nur runterwürgen, wenn es reichlich von Naturjoghurt bedeckt ist. Ich beobachte immer genau, was die andern beiden kriegen. Vida ist ziemlich langsam beim Knöchelikauen (Tierhaut! Mmm!), wenn ich kann, nehme ich ihr dies weg. Leider werde ich in den Eingangsraum gesperrt, muss alleine essen. Und dass ich in den Hundekurs muss, finde ich auch nicht so toll. Weshalb muss hund in die Schule? Ich würde lieber im Wald Spuren suchen gehen oder mit andern Hunden spielen!
Ja, das habe ich heute von meinen drei Hündinnen erfahren. Keine scheint 100% zufrieden zu sein, aber mehrheitlich finden sie das Leben mit uns ganz gut.
Da machen wir doch auch nächstes Jahr so weiter!
Montag, 26. Dezember 2011
Montag, 19. Dezember 2011
Schnee vor den Augen
Burn-out scheint ein dankbares Thema zu sein, sogar das neuste Yoga aktuell widmet dem Ausgebranntsein ein ganzes Dossier. Ich hab noch nicht alles gelesen - wann denn - aber einen persönlichen Bericht einer Yogalehrerin schaffte ich am Samstagmorgen im Zug nach Basel (an meine Yogalehrerinnen-Ausbildung). Ja, offensichtlich können auch Yogalehrerinnen ausbrennen. Wahrscheinlich kann es uns alle irgendwann treffen, denn, so wie ich langsam begreife, ist nicht ein bestimmtes Persönlichkeitsmerkmal dafür verantwortlich. Vielmehr sind es Mobiltelefone, E-Mails, Facebook und Xing, die uns ununterbrochen beschäftigen, denn wir alle wollen ja nichts verpassen. Es könnte ja wichtig sein! Deshalb sind wir ständig erreichbar, werden zu "Sklaven unserer iPhones und Laptops".
Wieso eigentlich? Unser Lebenstempo habe sich in den letzten 200 Jahren verdoppelt, obwohl die registrierte Gesamtarbeitszeit sinke, fühlten sich immer mehr Menschen permanent unter Termindruck, Entscheidungsstress und Zeitnot, schreibt die Autorin weiter. Fast die Hälfte der Deutschen sagte in einer Untersuchung, sie litten unter chronischer Zeitknappheit. Von vielen werde dies sogar als extreme psychische Belastung wahrgenommen.
Die Autorin wachte eines Morgens auf und alles, was sie sah, war Schnee vor den Augen. Sie hatte keinen Zusammenbruch sondern so etwas wie visuellen Tinnitus. Weil die Symptome nicht verschwanden, musste sie eine Auszeit von einigen Monaten nehmen, ging stundenlang spazieren und fühlte sich langsam wieder eins mit der Natur.
Burn-out gelte als deutsches Phänomen, lese ich weiter. Nirgendwo sonst werde den Menschen ein solches Leistungsdenken, bestehend aus Pflichten, Leistung und Einhaltung von Disziplin, mit in die Wiege gelegt.
Ich würde mal sagen, wir Menschen in der Schweiz tragen ein ähnliches Schicksal. Auch hierzulande hat Leistung einen hohen Wert.
Weil wir Teil unserer Gesellschaft und unserer Kultur sind, können wir uns all dem nur schwer entziehen.
Ich selber checke meine Mails nur ein- bis zweimal pro Tag und selten Abends. Facebook und Xing interessieren mich nicht. Ausserdem habe ich angefangen, mein Handy auf lautlos zu lassen, wenn ich nach Hause komme. Abends möchte ich loslassen können, abends ist Ich-Zeit. Und auch ein bisschen Hundezeit.
Aber trotzdem leide ich unter Zeitknappheit, empfinde ich mein Leben als zu voll.
Heute kam ich spät nach Hause und wir mussten im Dunkeln in den Wald. Aber so dunkel war der gar nicht, Schnee sei Dank!
Wieso eigentlich? Unser Lebenstempo habe sich in den letzten 200 Jahren verdoppelt, obwohl die registrierte Gesamtarbeitszeit sinke, fühlten sich immer mehr Menschen permanent unter Termindruck, Entscheidungsstress und Zeitnot, schreibt die Autorin weiter. Fast die Hälfte der Deutschen sagte in einer Untersuchung, sie litten unter chronischer Zeitknappheit. Von vielen werde dies sogar als extreme psychische Belastung wahrgenommen.
Die Autorin wachte eines Morgens auf und alles, was sie sah, war Schnee vor den Augen. Sie hatte keinen Zusammenbruch sondern so etwas wie visuellen Tinnitus. Weil die Symptome nicht verschwanden, musste sie eine Auszeit von einigen Monaten nehmen, ging stundenlang spazieren und fühlte sich langsam wieder eins mit der Natur.
Burn-out gelte als deutsches Phänomen, lese ich weiter. Nirgendwo sonst werde den Menschen ein solches Leistungsdenken, bestehend aus Pflichten, Leistung und Einhaltung von Disziplin, mit in die Wiege gelegt.
Ich würde mal sagen, wir Menschen in der Schweiz tragen ein ähnliches Schicksal. Auch hierzulande hat Leistung einen hohen Wert.
Weil wir Teil unserer Gesellschaft und unserer Kultur sind, können wir uns all dem nur schwer entziehen.
Ich selber checke meine Mails nur ein- bis zweimal pro Tag und selten Abends. Facebook und Xing interessieren mich nicht. Ausserdem habe ich angefangen, mein Handy auf lautlos zu lassen, wenn ich nach Hause komme. Abends möchte ich loslassen können, abends ist Ich-Zeit. Und auch ein bisschen Hundezeit.
Aber trotzdem leide ich unter Zeitknappheit, empfinde ich mein Leben als zu voll.
Heute kam ich spät nach Hause und wir mussten im Dunkeln in den Wald. Aber so dunkel war der gar nicht, Schnee sei Dank!
Sonntag, 11. Dezember 2011
Spiel
Sonntagmorgen. Ich möchte wieder einen Tag ohne Fremdbestimmung verbringen. Nur ein bisschen rennen gehen - und bloggen.
Burn-out beschäftigt mich immer noch. Erstens leiden viele Menschen, die meine psychologische Praxis aufsuchen, an dieser "Erschöpfungsdepression", zweitens kenn ich es selber aus der Zeit, als ich als Lehrerin zu viel arbeitete. In DIE ZEIT ONLINE finde ich einen spannenden Artikel über unsere YES-WE-CAN-Gesellschaft : Wir können eben nicht mehr. Bis um Mitternacht E-Mails beantworten, im Urlaub ans Telefon gehen, auf dem Spielplatz die Börsenkurse checken.
Die Frage werde falsch gestellt, Burn-out sei nicht eine Volkskrankheit wie Fusspilz oder Paradontose, die mit der richtigen Therapie verschwindet. "Entspann dich" reiche nicht, denn das Problem sei ein Systemisches.
Fachleute entwerfen Typlogien von Menschen, die besonders anfällig seien - aber, huch, das seien wir doch alle! Burn-out sei nicht eine Krise des Arbeiters sondern ein Symptom unserer Arbeit.
Was lässt sich da tun? DIE ZEIT schweigt hier.
Vielleicht sollten wir uns weniger über Arbeit definieren. Wir sollten eher uns selber darin verstärken, dass wir gut sind, so wie wir sind, ob wir Arbeit haben oder arbeitslos sind. Wir sind mehr als nur ArbeiterInnen!
Wir sind auch mehr als unsere verschiedenen Rollen, die wir spielen.
Wir sind.
Teil unserer Welt, Teil unserer Natur, wir sind lebendig. Wir sind.
Alles andere ist nichts als ein Spiel.
Und - weniger Freude an teuren Autos, riesigen Bildschirmen und anderen Statussymbolen. Den Status, dass wir wertvoll sind, sollten wir in uns selber finden. Dort kann ihn auch keiner uns wegnehmen!
Burn-out beschäftigt mich immer noch. Erstens leiden viele Menschen, die meine psychologische Praxis aufsuchen, an dieser "Erschöpfungsdepression", zweitens kenn ich es selber aus der Zeit, als ich als Lehrerin zu viel arbeitete. In DIE ZEIT ONLINE finde ich einen spannenden Artikel über unsere YES-WE-CAN-Gesellschaft : Wir können eben nicht mehr. Bis um Mitternacht E-Mails beantworten, im Urlaub ans Telefon gehen, auf dem Spielplatz die Börsenkurse checken.
Die Frage werde falsch gestellt, Burn-out sei nicht eine Volkskrankheit wie Fusspilz oder Paradontose, die mit der richtigen Therapie verschwindet. "Entspann dich" reiche nicht, denn das Problem sei ein Systemisches.
Fachleute entwerfen Typlogien von Menschen, die besonders anfällig seien - aber, huch, das seien wir doch alle! Burn-out sei nicht eine Krise des Arbeiters sondern ein Symptom unserer Arbeit.
Was lässt sich da tun? DIE ZEIT schweigt hier.
Vielleicht sollten wir uns weniger über Arbeit definieren. Wir sollten eher uns selber darin verstärken, dass wir gut sind, so wie wir sind, ob wir Arbeit haben oder arbeitslos sind. Wir sind mehr als nur ArbeiterInnen!
Wir sind auch mehr als unsere verschiedenen Rollen, die wir spielen.
Wir sind.
Teil unserer Welt, Teil unserer Natur, wir sind lebendig. Wir sind.
Alles andere ist nichts als ein Spiel.
Und - weniger Freude an teuren Autos, riesigen Bildschirmen und anderen Statussymbolen. Den Status, dass wir wertvoll sind, sollten wir in uns selber finden. Dort kann ihn auch keiner uns wegnehmen!
Sonntag, 4. Dezember 2011
Kontemplation
Spannender Artikel in DIE ZEIT: Wie der soziale Wandel, die Medien und unser Anspruchsdenken zur kollektiven Erschöpfung führen. Provokativ stand der Titel "Noch jemand ohne Burn-out?" auf der Frontseite der Zeitung. Als ich am Freitag an einem Kiosk vorbeikam, konnte ich dem Kauf des Blattes nicht widerstehen.
Kurzfassung: Wir haben alle zu viel Adrenalin in uns, können nicht mehr richtig abschalten, multitasken auch noch am Feierabend (wie ich jetzt: Tee trinken, Kuchen essen und bloggen! Den Kuchen hab ich übrigens selbst gebacken, Ciambellone mit Olivenöl und Eiersatz, gut gelungen!).
Wie könnte mensch das Adrenalin abbauen? Genau: nur durch Bewegung. Aber das tun die meisten eben nicht, sondern sie kleben vor dem TV oder PC.
Noch ein anderer Vorschlag gibt der Münchner Verhaltenstherapeut Nico Niedermeier: Mehr Kontemplation! Lustiges Wort, das sich bisher nicht in meinem aktiven Wortschatz befunden hat. Kontemplation oder beschauliche Betrachtung. Wer nimmt sich dazu denn die Zeit? Da habe ich das Glück, mein Leben mit Hunden zu teilen. Erstens verhelfen sie mir zu Bewegung (nur wegen Bilbo selig begann ich zu rennen!!), zweitens zu Kontemplation. Da ich jeden Tag mindestens einen Waldspaziergang mache, komme ich automatisch zu beschaulichen Betrachtungen der Bäume, Büsche, Vögel, Pilze und anderen Lebewesen. Die Luft ist so gut, dass ich immer bewusst tief atme. Meine Augen entspannen sich ob dem satten Grün der Tannen und des Mooses (da gibts wunderschöne grüne moosige Teile im Grauholzwald) und die Ruhe mit dem Vogelgezwitscher tut meiner Seele gut.
Heute verbrachte ich bewusst einen kontemplativen Tag: Keine Büroarbeiten am Morgen, rennen am Mittag, Siesta am Nachmittag und am Abend wieder einmal ins Hammam. Das liess mich nicht nur "einen Gang runterschalten"(nach Niedermeier), das waren wohl schon fünf Gänge. In einem Hammam darfst du nichts anderes tun als sitzen und immer wärmer und schlapper werden.
Perfekter Sonntag!
Kurzfassung: Wir haben alle zu viel Adrenalin in uns, können nicht mehr richtig abschalten, multitasken auch noch am Feierabend (wie ich jetzt: Tee trinken, Kuchen essen und bloggen! Den Kuchen hab ich übrigens selbst gebacken, Ciambellone mit Olivenöl und Eiersatz, gut gelungen!).
Wie könnte mensch das Adrenalin abbauen? Genau: nur durch Bewegung. Aber das tun die meisten eben nicht, sondern sie kleben vor dem TV oder PC.
Noch ein anderer Vorschlag gibt der Münchner Verhaltenstherapeut Nico Niedermeier: Mehr Kontemplation! Lustiges Wort, das sich bisher nicht in meinem aktiven Wortschatz befunden hat. Kontemplation oder beschauliche Betrachtung. Wer nimmt sich dazu denn die Zeit? Da habe ich das Glück, mein Leben mit Hunden zu teilen. Erstens verhelfen sie mir zu Bewegung (nur wegen Bilbo selig begann ich zu rennen!!), zweitens zu Kontemplation. Da ich jeden Tag mindestens einen Waldspaziergang mache, komme ich automatisch zu beschaulichen Betrachtungen der Bäume, Büsche, Vögel, Pilze und anderen Lebewesen. Die Luft ist so gut, dass ich immer bewusst tief atme. Meine Augen entspannen sich ob dem satten Grün der Tannen und des Mooses (da gibts wunderschöne grüne moosige Teile im Grauholzwald) und die Ruhe mit dem Vogelgezwitscher tut meiner Seele gut.
Heute verbrachte ich bewusst einen kontemplativen Tag: Keine Büroarbeiten am Morgen, rennen am Mittag, Siesta am Nachmittag und am Abend wieder einmal ins Hammam. Das liess mich nicht nur "einen Gang runterschalten"(nach Niedermeier), das waren wohl schon fünf Gänge. In einem Hammam darfst du nichts anderes tun als sitzen und immer wärmer und schlapper werden.
Perfekter Sonntag!
Montag, 28. November 2011
Geben statt nehmen
Heute hab ich einen Menschen glücklich gemacht. Sehr bereitwillig lieh mir ein Mann sein Handy aus, damit ich zu Hause nachfragen konnte, ob Thula vielleicht dorthin gerannt war.
Ich mache die Erfahrung, dass die meisten Menschen sehr gerne helfen. Die Positive Psychologie bestätigt ja auch, dass Geben glücklicher macht als Nehmen. Deshalb danke Thula für diese Gelegenheit! Dass du heute, kaum betraten wir den Wald, wie der Wind zwischen den Bäumen verschwandest. Und du tauchtest nicht mehr auf!
Wir andern vier rannten etwa eine Stunde lang, ich immer wieder rufend: THULA KEHREN!! Aber sie fand uns nicht mehr, nehme ich mal an. Dafür blieben Lola, Vida und Lucy mir dicht auf den Fersen und schauten manchmal mit mir zusammen bekümmert in die Weite. Aber kein heller Hund.
Als wir zum Parkplatz zurückkamen, war sie auch nicht da. Nur dieser Mann in seinem Auto, der dort Zeitung lesend seinen Mittag verbrachte. Er wurde gleich aufmerksam, als ich sagte, dass ich einen weissen Hund suchte. Ja, dieser Hund sei bis vor kurzem auf dem Platz gewesen, sei immer wieder zum Auto gegangen, dann aber wieder davongerannt. Patrick meinte, nach unserer Erfahrung mit Lucy vor einigen Monaten sollte ich einfach warten, sie käme bestimmt wieder.
Und so war es auch, nach kurzer Zeit sah ich einen hellen Hund über das Feld auf uns zu rennen. Wir waren alle froh, dass die Geschichte gut ausging - und der Mittagsmann war glücklich, dass er hatte helfen können.
Die Fotos zeigen die Hunde etwa ein Stunde später in ihrer Siesta. Genau, nur Lola konnte sich nicht recht entspannen. Als ich die Kamera holte und zu knipsen begann, schlich sie die Treppe hinauf und versteckte sich unter Patricks Pult. Irgendwie traut sie mir immer noch nicht!
Ich mache die Erfahrung, dass die meisten Menschen sehr gerne helfen. Die Positive Psychologie bestätigt ja auch, dass Geben glücklicher macht als Nehmen. Deshalb danke Thula für diese Gelegenheit! Dass du heute, kaum betraten wir den Wald, wie der Wind zwischen den Bäumen verschwandest. Und du tauchtest nicht mehr auf!
Wir andern vier rannten etwa eine Stunde lang, ich immer wieder rufend: THULA KEHREN!! Aber sie fand uns nicht mehr, nehme ich mal an. Dafür blieben Lola, Vida und Lucy mir dicht auf den Fersen und schauten manchmal mit mir zusammen bekümmert in die Weite. Aber kein heller Hund.
Als wir zum Parkplatz zurückkamen, war sie auch nicht da. Nur dieser Mann in seinem Auto, der dort Zeitung lesend seinen Mittag verbrachte. Er wurde gleich aufmerksam, als ich sagte, dass ich einen weissen Hund suchte. Ja, dieser Hund sei bis vor kurzem auf dem Platz gewesen, sei immer wieder zum Auto gegangen, dann aber wieder davongerannt. Patrick meinte, nach unserer Erfahrung mit Lucy vor einigen Monaten sollte ich einfach warten, sie käme bestimmt wieder.
Und so war es auch, nach kurzer Zeit sah ich einen hellen Hund über das Feld auf uns zu rennen. Wir waren alle froh, dass die Geschichte gut ausging - und der Mittagsmann war glücklich, dass er hatte helfen können.
Die Fotos zeigen die Hunde etwa ein Stunde später in ihrer Siesta. Genau, nur Lola konnte sich nicht recht entspannen. Als ich die Kamera holte und zu knipsen begann, schlich sie die Treppe hinauf und versteckte sich unter Patricks Pult. Irgendwie traut sie mir immer noch nicht!
Mittwoch, 23. November 2011
Reh und Hase
Gestern hatte ich meine Kamera dabei und deshalb konnte ich festhalten, wie plötzlich Timmy auftauchte, ohne Hundetrainerin. Timmy merkt, wenn wir auch im Wald sind, entweder riecht er es oder er hört uns. Alle freuten sich ob der Begegnung - bis Lola zu bellen begann, weil Lucy und er spielen wollten. Ist es Eifersucht von Seiten Lola? Oder muss sie sich als Rudelführerin aufspielen?
Jetzt bin ich ziemlich k.o., bin gestern nicht nur gerannt, hab auch eine Yogastunde und zwei Pilatesstunden gegeben. Und heute sprang ich für eine Pilateslehrerin in einem Fitnessstudio ein. Meine eigenen Übungen gaben mir Muskelkater am Bauch!
Deshalb gebe ich dem Rufen des Sofas nach, werde einen neuen Krimi auf meinem iPad anfangen.
Das Leben ist gut!
Samstag, 19. November 2011
Entschleunigung
Ich bin häufig knapp an Zeit. Wenn ich Glück habe, pünktlich, wenn ich Pech habe mit zum Beispiel vielen roten Ampeln, die ich nicht überfahren kann, halt zu spät. Ich mag mich nicht mehr hetzen lassen und habe mir folgendes Motto angewöhnt: Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Nicht, dass dieser Satz schlussendlich hilfreich ist! Ich packe einfach zu viel in mein Leben rein, ich weiss.
Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren diesen Blog startete, war meine vage Idee, über mein Laufen mit meinen Hunden zu schreiben. Das tue ich bis heute, aber zwei Themen haben sich reingeschmuggelt: vegetarische Ernährung und Zeit.
Mittlerweile bin ich einen Halbmarathon gelaufen, esse vegan - und habe offensichtlich ein Problem mit Zeit. Oder damit, dass ich zuviel in mein Leben packe. Oder damit, dass mich so vieles interessiert, sodass EIN Leben nicht reicht.
Keine Ahnung, ich weiss nur, dass mich Zeit als solches fasziniert, wohl, weil ich zu wenig davon habe. Es gibt einen Verein zur Verzögerung der Zeit, der von einem österreichischen Professor gegründet wurde und über 1000 Mitglieder hat. Nein, ich werde nicht Mitglied, nur das Aufnahmeformular auszufüllen würde mir kostbare Zeit stehlen. Aber die Grundidee dieses Vereins gefällt mir: bewusster und reflektierter Umgang mit der Ressource Zeit.
Seit einigen Monaten probier ich das auch, mit dem Effekt, dass ich für alles länger brauche. Ist offensichtlich nicht der richtige Weg. Bei Entschleunigung finde ich (Wikipedia): Enthaltsamkeit und Führung eines einfachen Lebens. Tu ich doch. Mein Leben ist einfach, ich suche wenig. Aber von aussen gibts immer wieder Anlässe, vor denen ich mich oft nicht drücken kann. Aber ich drücke mich zunehmend. Und hab gar kein schlechtes Gewissen.
Dass ich Hunde habe, hat viel mit meinem Bedürfnis nach Entschleunigung zu tun. Ich würde freiwillig nicht zweimal pro Tag einen Waldspaziergang machen. Ja, das braucht jedesmal Zeit - aber die ist gut genutzt.
Und ich würde auch nicht Samstags in einen Hundekurs gehen. Aber dies macht mir auch Spass. Lucy vielleicht weniger, aber folgsam machte sie heute mit. Nur spielen wollte sie nicht so recht, Babemba, die von einem Auto angefahren wurde, darf wieder herumtollen und strotzte vor Energie. Und Timmy, der auch dabeisein durfte, aber halt manchmal am Zaun warten musste, gab alles beim Spielen. Wilde Hunde mag Lucy nicht. Anschliessend gingen wir gleich rennen und jetzt schläft sie unter dem Tisch. Zur Abwechslung ist sie mal wieder richtig müde. Und ich kann meine Zeit nur für mich haben!
Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren diesen Blog startete, war meine vage Idee, über mein Laufen mit meinen Hunden zu schreiben. Das tue ich bis heute, aber zwei Themen haben sich reingeschmuggelt: vegetarische Ernährung und Zeit.
Mittlerweile bin ich einen Halbmarathon gelaufen, esse vegan - und habe offensichtlich ein Problem mit Zeit. Oder damit, dass ich zuviel in mein Leben packe. Oder damit, dass mich so vieles interessiert, sodass EIN Leben nicht reicht.
Keine Ahnung, ich weiss nur, dass mich Zeit als solches fasziniert, wohl, weil ich zu wenig davon habe. Es gibt einen Verein zur Verzögerung der Zeit, der von einem österreichischen Professor gegründet wurde und über 1000 Mitglieder hat. Nein, ich werde nicht Mitglied, nur das Aufnahmeformular auszufüllen würde mir kostbare Zeit stehlen. Aber die Grundidee dieses Vereins gefällt mir: bewusster und reflektierter Umgang mit der Ressource Zeit.
Seit einigen Monaten probier ich das auch, mit dem Effekt, dass ich für alles länger brauche. Ist offensichtlich nicht der richtige Weg. Bei Entschleunigung finde ich (Wikipedia): Enthaltsamkeit und Führung eines einfachen Lebens. Tu ich doch. Mein Leben ist einfach, ich suche wenig. Aber von aussen gibts immer wieder Anlässe, vor denen ich mich oft nicht drücken kann. Aber ich drücke mich zunehmend. Und hab gar kein schlechtes Gewissen.
Dass ich Hunde habe, hat viel mit meinem Bedürfnis nach Entschleunigung zu tun. Ich würde freiwillig nicht zweimal pro Tag einen Waldspaziergang machen. Ja, das braucht jedesmal Zeit - aber die ist gut genutzt.
Und ich würde auch nicht Samstags in einen Hundekurs gehen. Aber dies macht mir auch Spass. Lucy vielleicht weniger, aber folgsam machte sie heute mit. Nur spielen wollte sie nicht so recht, Babemba, die von einem Auto angefahren wurde, darf wieder herumtollen und strotzte vor Energie. Und Timmy, der auch dabeisein durfte, aber halt manchmal am Zaun warten musste, gab alles beim Spielen. Wilde Hunde mag Lucy nicht. Anschliessend gingen wir gleich rennen und jetzt schläft sie unter dem Tisch. Zur Abwechslung ist sie mal wieder richtig müde. Und ich kann meine Zeit nur für mich haben!
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