Freitag, 24. Juni 2016

grüner gaumen in bern

einen grünen daumen hab ich leider nicht. gartenarbeit ist, ehrlich gesagt, nicht so mein ding. deshalb ist unser garten auch so schön wild. nur gestern, da packte mich eine ungewohnte energie für gartensachen und ich befreite das birnenbäumchen, den kirschenbaum und die johannisbeeren von wilden dornigen brombeeren und winden und sonstigen unbekannten pflanzen, die alles ein wenig ersticken. nachher erholte ich mich wieder einige stunden in der hängematte.

aber einen grünen gaumen, den habe ich! ich mag alles grüne - und seit zwei wochen gibts auch einen grünen gaumen in bern, gleich unter der kornhausbrücke. ein pop-up take-away, nur für diesen sommer. das erste vegane take-away in bern!








das musste heute natürlich unterstützt werden.
aber abgesehen von meiner motovation bekam ich auch etwas dafür: sehr leckere maki sushi, einen ziemlich grossen salat und ein halbes brownie, geteilt mit patrick. er ass ein warmes seitan sandwich, von dem ich natürlich auch einen bissen nahm: sehr gut wars!
dazu gabs selbst gemachte ingwer limonade, auch die sehr erfrischend und leicht scharf und gar nicht so süss.
unbedingt ausprobieren!!







Freitag, 17. Juni 2016

kartoffelgratin vegan

ich esse dreimal pro tag kohlenhydrate!

zum frühstück einen porridge oder einen anderen getreidebrei (und früchte, gedünstet oder roh),
mein mittagessen beinhaltet reis, kartoffeln, hirse oder quinoa - immer mit viel gemüse,
und am abend gibts bei mir entweder einen salat mit einem stück (roggen)brot oder ein birchermüesli oder wie heute (getreide)milchreis (mit gedünsteten apfelschnitzen).

meine ernährung ist also ziemlich high carb! und ich wüsste nicht, was daran falsch wäre. deshalb verstehe ich nicht, dass ein artikel im neusten deutschen runner's world  low carb für läufer propagiert: man nehme an gewicht ab und verbessere die ausdauer. und statt getreide wird viel (tierliches) eiweiss gegessen.
ich habe wirklich noch nie verstanden, was an getreide schlecht sein soll - aber was mir auffällt: die meisten leute essen ausgemahlenes weizenmehl, in form von teigwaren und brot, das nicht viel besser ist als weisser zucker: kaum nährstoffe, schlecht für den blutzuckerspiegel. und wenn von kohlenhydraten gesprochen wird, ist eigentlich fast immer weissmehl und dessen produkte gemeint.
möglicherweise machen leere kohlenhydrate wirklich dick, wenn nicht sport getrieben wird.

reis wird normalerweise auch in seiner geschälten form gegessen.
und das sagt patrick: wenn ein ganzer kontinent (asien) weissen reis isst, kann das doch nicht falsch sein!
hm. schwierig zu beantworten. aber vielleicht ist weisser reis ein bisschen gesünder als ausgemahlener weizen? oder asiatische menschen essen generell mehr gemüse, weniger fleisch und weniger fett als westliche menschen?

ich esse normalerweise vollkorn basmati - aber eben, in form von dosas. das geht bei mir so: ich weiche rote linsen und vollkorn basmati über nacht ein und am morgen wechsle ich das wasser aus und stelle das gefäss in den kühlschrank. etwa drei esslöffel davon vermahle ich im mixer (mit etwas salz und bockshornklee) zu einem teig und backe mir ein wunderschönes goldgelbes dosa daraus.

die eingeweichte mischung gibt mir normalerweise dosas für drei bis vier tage. dann denke ich, jetzt muss ich wieder mal was anderes essen und tu das auch (wie heute den kartoffelgratin). und wenn ich das getan habe, freue ich mich wieder auf meine dosas am nächsten tag! die sind so richtig mein grundnahrungsmittel geworden. aber der kartoffelgratin heute wurde auch nicht so schlecht. dazu gabs eine karottensuppe mit einem apfel und einem fenchel drin. wir assen etwa die hälfte und den rest kriegten die hunde zum abendessen.




blaue und gelbe kartoffeln mit der schale zusammen mit süsskartoffeln im dampfgarer etwa 17 minuten dämpfen
in der zwischenzeit klein geschnittene zwiebeln und knoblauch in einer pfanne in kokosöl dünsten
kleine geräucherte tofuwürfel dazugeben
wasser dazu giessen und mandelmus oder cashewmus dazugeben und nach belieben reis sahne
etwas nährhefe, salz und pfeffer dazugeben
alles leicht einköcheln lassen
die gekochten kartoffeln in scheiben schneiden, in eine gratinform legen und mit der sosse übergiessen
etwa 20 minuten lang im backofen bei 200° backen

wie gesagt: der gratin wurde ganz gut. aber morgen gibts bei mir wieder dosas (und bei patrick weisse teigwaren!)

Freitag, 10. Juni 2016

sommersalat mit melone, spargeln und shiitake

momentan verschiebe ich vieles auf die sommerferien - mein leben ist sehr voll zurzeit. in 3 wochen fliege ich mit einer kollegin für 5 tage nach mallorca, ich habe schon drei unterkünfte reserviert, 2 fand ich bei www.veggie-hotels.de
ich bin gespannt, wie es mir als veganerin ergehen wird auf dieser insel, die fest in deutscher hand sei, so las ich irgendwo. wir buchten alles schon im april, zum glück, denn offensichtlich ist diese insel diesen sommer der renner, weil die türkei an attraktivität einbüsste. was ich verstehe!

meinem fuss geht es sehr gut, seit ich rhus toxicodendron nehme. das ist genau das homöopathische mittel, das ich vida, meinem greyhound gab, wenn sie schmerzen in den gelenken hatte. bei ihr wirkte es jedesmal. und jetzt wirkte es auch bei mir!

heute lief ich 9.6 km. nur mit lola, denn lucy weigerte sich. die ersten 20 minuten verbrachte sie im auto und lola und ich liefen reichenbach retour, weitere 60 minuten sass lucy neben dem auto. sie kam nicht mit bis zur felsenau und weder ein leckerbissen noch strenge befehle bewirkten etwas. ja dann. als wir zurück kamen, trat eine frau auf mich zu und sagte, sie habe mir aufs telefon gesprochen, da sei ein hund neben dem vw touran, ob dies mein hund sei. über die autonummer fand sie mich im internet. sehr nett, wie sich fremde menschen um hunde kümmern! aber in diesem fall handelte es sich nicht um einen entlaufenen hund, sondern um einen lauf-sich-verweigernden hund.

weil ich wenig zeit habe, gibts bei mir schnelle menus. und weil es heute ziemlich warm war, machte ich mir einen tollen sommersalat mit melonen und spargeln. alles bio. patrick und ich machten ab, dass wir eine woche lang nur bio produkte kaufen. wenn es etwas in bio nicht gibt, dann wird es nicht gekauft. als patrick gestern vom einkaufen zurück kam, stöhnte er ein bisschen: das sei schwierig gewesen. aber er schaffte es!

hier das rezept für eine person:

salat waschen und klein schneiden
grüne spargeln im dampfgarer 6-7 minuten garen
einige shiitake in wenig kokosöl dämpfen
eine halbe avocado in stücke schneiden
ein paar cherry tomaten halbieren
einen viertel melone in stücke schneiden
ein paar getrocknete pflaumen halbieren
alles vermischen, mit olivenöl, balsamico, flüssigem cenovis und geraspeltem meerrettich vermischen
mit roggenbrot und mandelmus geniessen

Dienstag, 31. Mai 2016

töten oder amputieren?

empathie ist für mich eines der wichtigsten gefühle, die wir lebewesen, menschliche und nicht-menschliche, haben können.
können. leider ist empathie, so scheint es mir, mangelware unter den menschen. aber man kann es lernen, las ich vor kurzem.

die idee zu folgenden gedankengängen habe ich aus der zeitschrift kochen ohne knochen:

der philosoph richard david precht stellte in seiner philosophiesendung folgende frage (sie richtet sich an alle, die fleisch essen):

stell dir vor, du möchtest einen rehbraten. aber du gehst nicht in die metzgerei, sondern zu jemandem, der rehe züchtet. du suchst dir ein reh aus. das tier wird betäubt und dann wird ihm ein bein amputiert. das bein nimmst du nach hause und legst es in den kühlschrank, damit du es später als rehkeule essen kannst.
das reh wird zugenäht und als dreibeiniges reh ins gehege entlassen. es kann gut mit drei beinen weiterleben.
ist amputieren nicht humaner als dem tier das ganze leben zu nehmen?

Montag, 30. Mai 2016

dinkelvollkornbrot

schon wieder stecke ich in einer laufpause. hab wohl zu schnell zu viel gewollt. aber - mein linker fuss schmerzt anders.
am freitagabend war ich im fitness in einer massage - nach langer zeit wieder mal - und ich sagte der masseurin, sie solle meinen linken knöchel fest massieren. sie begann - aber nach kurzer zeit meinte sie, nein, das sei eine schlechte idee, denn mein knöchel fühle sich geschwollen an. aha. sie vermute, sagte sie dann, dass ich eine schleimbeutelentzündung habe.
schleimbeutelentzündung?? naja. deshalb schone ich wieder, behandle mit kälte und nehme globuli: ledum und rhus toxicodendron.
plantar fasciitis und fersensporn habe ich nicht mehr, das ist ja schon was. mein körper heilt wirklich sehr schnell. das liegt sicher daran, dass ich jede nacht zwischen 8 und 9 stunden schlafe (wenn ich etwas gut kann in meinem leben, dann ist es schlafen. patrick ist das genau gegenteil!) und dass ich nur pflanzen esse.
im neuen veggie journal fand ich einen interessanten artikel über stress und nahrungsmittel.
folgende lebensmittel beeinflussen stress negativ:

1 fleisch
2 vollmilchschokolade
3 weissbrot
4 alkohol
5 kartoffelchips

und folgende lebensmittel beruhigen uns und machen uns gelassen:

1 bananen
2 bitterschokolade
3 avocado
4 nüsse
5 haferflocken

vorgestern backte ich spontan ein dinkelbrot aus etwa 2/3 frisch gemahlenem dinkel und 1/3 hellem dinkelmehl. das brot wurde ganz gut, aber was ich wirklich mag ist roggen. das nächste mal nehme ich mehr vollkorn. und mehr samen und gewürze.

hier das einfache rezept:


320 g frisch gemahlener dinkel
180 g helles dinkelmehl
1/2 hefewürfel
1 tl salz
450 g warmes wasser
1 el essig
1 tl kokosblütenzucker
2 el sesam
2 el kümmel

die hefe im wasser auflösen, alles vermischen und gut kneten, 2 h aufgehen lassen, dann eine gute stunde im backofen bei 180 ° backen.


Sonntag, 22. Mai 2016

spargeln mit gefüllten tomaten

im neusten schrot und korn las ich, dass es immer weniger insekten gibt. nicht nur bienen verabschieden sich aus unserer welt, sondern auch mücken, die den vögeln als futter dienen, aber auch blüten bestäuben können. ohne insekten keine vögel mehr. das wäre so schlimm. zur zeit lausche ich intensiv den vogelgesängen, wenn ich draussen unterwegs bin. der hauptgrund für das insekten- und bienensterben: viel zu viele pestizide in der konventionellen landwirtschaft. zum beispiel glyphosat von monsanto, das mit hoher wahrscheinlichkeit krebserregend wirkt, wird von den bauern gegen sogenannte unkräuter eingesetzt. ausserdem wird zu viel gedüngt. was können wir da tun? nicht viel, aber das wenige wäre schon viel! bio kaufen. und einen wildgarten oder wildbalkon kultivieren. heute machte ich ein paar bilder von unserem garten und eines vom garten unserer nachbarn (unser haus ist zusammengebaut). wir verstehen uns ganz gut mit ihnen, sie lassen uns leben und wir sie (ausser der nachbar besprüht den zwetschgenbaum mit gift, während wir draussen sitzen und essen. da protestierte ich. jetzt macht er es wohl nur noch, wenn wir nicht zuhause sind!)
also: das oberste bild zeigt den nachbarsgarten. sehr sauber und geputzt. alle weiteren bilder sind von unserem garten: wir haben keinen rasen mehr, weil das nicht klappte mit den hunden - die buddelten die ganze zeit löcher hinein. deshalb liessen wir mal platten verlegen. aber um die platten darf es wachsen, wie es will. nur manchmal müssen wir klettpfanzen und ähnliches rausreissen. wir haben auch einen kleinen teich - super brutstätte für mücken!

unser garten ist nicht sehr aufgeräumt. das liegt auch daran, dass wir beide etwas faul sind. ausserdem zitiere ich oft meinen lieblingssatz: ich möchte einen garten haben, in dem sich wildtiere und vögel wohl fühlen. so ist es auch.

wir haben ein insektenhotel und eine grosse muschel, unter die ich heute vorsichtig guckte: ja, eine wespe ist dabei, ein neues nest zu bauen!

faul sind wir oft auch beim kochen, aber das einfache ist doch meistens besser!
es gab spargeln mit gefüllten tomaten. ich hatte noch gekochtes quinoa im kühlschrank, das mit gedünsteten zwiebeln, kräutern vom garten und rosinen eine tolle füllung gab.
die gefüllten tomaten etwa 15 minuten in den backofen schieben und schon war das mittagessen fertig!

zur nachspeise gabs erdbeeren mit wenig kokosblütenzucker und pfefferminzblättern.
einfach, gesund und gut!





Sonntag, 15. Mai 2016

vegan in bern

gestern fand der gp bern statt - 10 meilen ohne mich. meine schwester war von luzern angereist und patrick lief natürlich auch - und ich war bloss zuschauerin. es fiel mir ziemlich schwer, nicht zu laufen, aber ich bin noch nicht so weit. am vergangenen mittwoch lief ich langsame 12.5 km und war am schluss so erschöpft, wie wenn ich doppelt so weit gelaufen wäre.
gestern waren beide, sowohl meine schwester als auch patrick, sehr schnell und liefen super zeiten. wahrscheinlich spielte das kühle wetter eine grosse rolle, bei patrick sicher auch, dass er 4 wochen zuvor in freiburg den hm gelaufen war (und kämpfen musste) und meine schwester, obwohl sie viel arbeitet, trainierte 4x pro woche (sie hat ein laufband zuhause). und sie isst besser. mehr gemüse, mehr salat. zum frühstück hatte sie einen porridge mit reismilch und heidelbeeren und am mittag ein stück zopf und eine banane. alles sehr läufer kompatibel!

und ich muss mich weiterhin in geduld üben und langsam langsam mein training aufbauen. heute geht es meiner ferse ganz gut, aber gestern tat sie weh. ein auf und ab ist es immer noch.

vegan essen in bern - das ist immer einfacher. es gibt leider kein einziges nur veganes restaurant, aber immer mehr bieten auf anfrage veganes essen an.

vor einer woche war ich mit meiner familie im lokal http://lokal-bern.ch.
eigentlicher grund war eine vorstellung von kilian ziegler, einem slam poet. (ich hab viel gelacht!) meine familie ass das normale menu mit fleisch - ich bekam extra ein veganes essen, das sehr gut war: salat, linsensuppe und nachspeise. die kellnerin sagte mir später, sie sei auch veganerin und der koch bereite ihr extra ein veganes essen zu, wenn sie arbeite. deshalb an alle veganerInnen: einfach das restaurant anrufen und nach einem veganen menu fragen!






hier drängt sich das thema auf, wie wir in der familie damit umgehen, dass ich vegan esse und alle andern omnivoren sind. immer besser, würde ich sagen. aber es war nicht immer einfach. ich erinnere mich an zeiten am anfang unserer beziehung, als patrick grosse mühe hatte, mich als vegetarierin zu akzeptieren. als er mich kennenlernte, ass ich fleisch. ein längerer usa-aufenthalt ein paar jahre später machte eine vegetarierin aus mir.
ich hatte natürlich auch probleme, ihn als fleischesser zu akzeptieren! aber wenn er mir vorwarf, mit mir sei essen gehen sehr kompliziert, hatte er natürlich recht. damals reagierten restaurants ziemlich hilflos auf vegetarier und ich weiss nicht mehr, wie viele gemüseteller oder risottos ich essen musste, weil es einfach keine auswahl gab.
vor zwei wochen war ich an einer yoga-weiterbildung an der yoga university in villeret, wo vegetarisches essen die norm ist. aber auch dort traf ich auf die weglass-methode: die andern kriegten käse und butter zum frühstück. ich bekam keinen ersatz dafür. auf das trockene brot strich ich konfitüre. naja. immerhin bekam ich reismilch statt kuhmuttermilch und die hauptmahlzeit am abend gabs auch in einer veganen variante.
als ich veganerin wurde, konnte patrick das viel besser akzeptieren. er erklärt das so: die vegane küche ist sehr kreativ und hip, während die vegetarische bewegung so körnlipickerhaft ist und war.

irgendwie hat er recht. die vegetarische küche ist nicht sehr kreativ und, das behaupte ich jetzt, auch nicht sehr gesund. mir ging es erst richtig gut, als ich begann, sämtliche milchprodukte und eier vom speiseplan zu streichen und mit pflanzen zu ersetzen.

aber die schweiz - mein fazit - tut sich immer noch etwas schwer mit menschen, die anders essen möchten. früher mit vegetarierInnen, heute mit veganerInnen.