Samstag, 9. Juni 2012

Hier und Jetzt

Und wieder versuchte Lucy heute am Anfang des Hundekurses abzuschleichen, wie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen ist. Die Hundetrainerin sperrt den Platz ab, aber Abschleichen ist natürlich möglich!
Heute verstand ich Lucy ein bisschen, waren es doch mit Timmy 10 Hunde - aber eigentlich wars überhaupt nicht chaotisch.

Einige wenige Hundehalter füttern ihren Hunden nur rohes Fleisch, kein Getreide, aber Gemüse und Milchprodukte. Barfen wird das genannt. Meine Hunde werden total gegenteilig ernährt - viel Getreide und kein Fleisch, aber auch Gemüse und Milchprodukte. Barfen sei natürlich, ist das Argument, denn Wölfe ässen kein Getreide. Mmh. Vielleicht. Aber Hunde sind keine Wölfe. Und ich weiss nicht, was an Getreide schlecht sein soll. Die Grundlage meiner Ernährung ist auch Getreide, wenn auch wenig Weizen, dafür viel Hirse, Vollreis, und Quinoa. Es gibt ja auch diese Diät für Menschen mit Übergewicht, Atkins, wobei ich schon lange nichts mehr darüber gelesen habe. Atkins für Menschen ist wie Barfing für Hunde, nur wird das Fleisch für Menschen gekocht. Ich würde mal sagen, Atkins ist für übergewichtige Menschen, die sich nicht bewegen, sondern ihr ganzes Leben lang nur sitzen, vielleicht eine Möglichkeit, abzunehmen, wenn auch eine ungesunde. Wir Sportler jedoch brauchen Carbs!! Nur dies gibt uns die nötige Energie!
Lieber Getreide essen und Sport treiben als Fleisch essen und sitzen.

Der letzte Hundekurs vor den Sommerferien wird eine Wanderung sein mit anschliessendem Grillieren, Bratwurst und Kartoffelsalat sind vorgesehen. Ich fragte: Und für Vegetarier? Kartoffelsalat, war die Antwort.
Schön, das hab ich schon mein ganzes Leben so erfahren. Für Vegetarier wird das Fleisch weggelassen und sie kriegen nur die langweilige Beilage. Zum Glück bin ich Veganerin: Kartoffelsalat hat Mayonnaise dran, nichts für mich. Antwort: Dann nimm selber was mit.
Klar. Ich bin die Schwierige in dieser Kultur, nicht die andern.

Zum Glück wirds immer besser. Gestern waren Moana und ich am Mittag im Hier und Jetzt in Bern essen (www.hier-und-jetzt.ch): Soviel Auswahl für VeganerInnen! Ich ass ein Birchermüesli, das mit Mandel- und Reismilch zubereitet war und trank einen Chai Latte mit Reismilch. Beides sehr lecker. Hier und Jetzt, ich komme wieder!


Mittwoch, 6. Juni 2012

Frankenstein


Manchmal kommt mir mein Leben vor, wie wenn es vor allem aus dem Lösen von Problemen besteht. Geht es andern auch so?

Da sitzt so ein Problem breitbeinig auf dem Stuhl in deinem Raum und möchte SOFORT gelöst werden. Du löst es und da steht schon das nächste Problem vor der Tür und möchte dringend rein. Manchmal schleicht eines auch daher und du bemerkst es erst, wenn es schon da sitzt. Manchmal aber kommt es mächtig und laut in deinen Raum und sieht aus wie Frankenstein, das gleichnamige von einem Arzt konstruierte Monster aus dem Buch von Mary Shelley.
Ein solches Monster wieder loszuwerden braucht viel Geschicklichkeit und Energie!
Manchmal drängeln sich gleich mehrere Probleme an der Türe und jedes möchte das erste sein. 
Dann musst du Stühle organisieren, damit alle sitzen können.

Wenn du Glück hast, kannst du zwischendurch in der Hängematte liegen, ein paar Hunde streicheln oder durch die Wälder joggen.
Da ist manchmal das Gefühl, als sei ich mit den Problemen in einem Raum eingesperrt. Aber wahrscheinlich ist das eine Illusion, denn gibt es den Raum wirklich? Setz dich mal auf einem Stuhl, spüre deine Haut und dann probierst du, die Luft zu spüren, um die Grenze zwischen Haut und Luft zu finden. Dann merkst du, dass da gar keine Grenze ist. Wir und die Luft sind dasselbe. Somit gibt es den Raum gar nicht und wahrscheinlich gibt es auch die Probleme nicht. Alles vom Kopf ausgedacht. Und wir können uns auch wieder leer denken.
Dann ist nichts mehr da. 
Wenn es nur so einfach wäre!

Sonntag, 3. Juni 2012

Schonen ist schädlich

Dreimal probierte Lucy gestern, aus dem Hundekurs wegzuschleichen. Nach 10 Minuten fand sie schon, dass es gereicht hätte. Aber sie hatte keine Chance, kenne ich doch meine Lucy und beobachte sie genau! Wir hatten nämlich optimale Bedingungen: Nur vier Hunde waren dabei und einer davon war Timmy. Dazu noch Aline, die sie auch gut kennt und ein neuer, Blu, ein lustiger Wirbelwind. Irgendwann mitten im Kurs rannten die andern beiden Hunde Blu nach und sogar Lucy machte mit.
Ich bin froh, dass wir wieder mal in den Kurs konnten, denn wenn wir länger wegbleiben, wird Lucy schwierig. Sie hat ein paar Verhaltensweisen, die ihr und uns nicht gut tun. Schonen würde hier gar nichts bringen, im Gegenteil, ihr negatives Verhalten würde verstärkt.
Es windete ja zum Teil sehr stark in den vergangenen Wochen und Lucy weigerte sich abends jedesmal, bei Wind zur kleinen Wiese beim Friedhof zu gehen. Dort steht nämlich ein mächtiger Kastanienbaum, der dann immer sehr laut rauscht. Dann liess ich sie halt zu Hause und in den Garten vor dem Schlafengehen.
Mit Patrick tat sie anders schwierig: Da verweigerte sie oft den Mannenbergspaziergang und blieb einfach beim Auto sitzen. Vielleicht war da ein Geräusch einer Maschine vom nahen Bauernhof oder jemand zersägte Holz im Wald.
Gestern Abend beim letzten Spaziergang, kaum hatte ich die Haustüre geschlossen, knallte ein Feuerwerksartikel. Keine Chance! Deshalb packte ich die Hunde ins Auto und fuhr in den Wald. So gut, dass ich dies gemacht hatte, denn der Mond war fast voll und die Nacht hell und friedlich.

Ich renne jetzt oft zum kleinen Froschteich, wo die Hunde baden können. Bin immer noch dabei, meine Füsse an die Newtons zu gewöhnen.
Letzten Mittwoch wollte ich wie immer rennen gehen. Rennen tut mir ja immer gut. Und es ist noch nie vorgekommen, dass ich wegen irgendwas nicht rennen konnte. Bis letzten Mittwoch. Ich war mit Rückenschmerzen aufgewacht (Hallo?? Ich und Rückenschmerzen??) und als ich im Wald war, ging es vor lauter Schmerzen einfach nicht. Jeder Schritt war wie ein Messer im Rücken und löste pochende Schmerzen aus. Wieder zu Hause war mir klar, dass ich ein Schmerzmittel brauchte, hatte ich doch abends noch eine Yogastunde. Seit etwa 15 Jahren nahm ich nie mehr was - und so sah es auch in der Schachtel mit Fieber/Verbrennungen aus: 2007 abgelaufen, 2005 abgelaufen.....Bei Moritz fand ich Paracetamol, das nur 2010 abgelaufen war. Er musste ein Schmerzmittel nehmen, weil er bei einem Sturz beim Downhill-Biken eine Rippe gequetscht hatte. Ich säbelte mit einem Küchenmesser an der Tablette, denn ein Gramm schien mir zu stark. Erstens bin ich knapp unter 50 Kilo und zweitens nehm ich nie Medikamente. Und dieses Viertelgramm wirkte! Ha, total erstaunlich! Und da ich weiss, dass Schonen auch hier schädlich ist, machte ich, wenn auch vorsichtig, weiterhin meine täglichen Übungen. Am Donnerstag war da noch ein Echo eines Schmerzes und am Freitag war alles Geschichte. Wenn auch eine seltsame Geschichte, denn ich hab eigentlich keine Erklärungen für diesen Schmerz. Ausser, dass ich am Dienstag mit einem kleinen Handrasenmäher, sowas wie ein Tischstaubsauger, die kleine Wiese unter dem Apfelbaum in gebückter Haltung geschnitten hatte. Dabei musste ich mit zwei Fingern ständig zwei Hebel gedrückt halten. War wohl nicht die beste Idee, die ich je hatte. Naja, alle machen von Zeit zu Zeit Fehler. Das dürfen wir. Wir sind nichts als komische Menschen.

Montag, 28. Mai 2012

Vegan geniessen

Heute war ich das zweite Mal rennen mit meinen neuen Newons - meine Begeisterung ist ungebrochen! Vorhin stellt ich sie auf die Küchenwaage: sie wiegen nur 466 Gramm, daher dieses Gefühl der Leichtigkeit! (Meine ältesten Adidas wiegen 635 Gramm). Wir rannten gestern und heute den Umweg zum kleinen Molchtümpel, wo Lola und Lucy schwimmen und Vida ihre Füsse kühlen konnten.

Das war ein erholsames langes Wochenende!

Patrick kochte aus Vegan für Geniesser CANNELLONI NON FORNO, ein wunderschönes und sehr leckeres Rezept (siehe Bild) und ich bereitete gestern aus Vegan kochen für alle von Björn Moschinski WRAPS MIT GEGRILLTEM GEMÜSE zu. Auch sehr gut, so etwa wie die Yufkas, die ich in Deutschland oft esse. Vor einer Woche waren wir in Freiburg und ich entdeckte ein Döner Restaurant, das vegane Speisen anbietet: Euphrat. Kann ich empfehlen! Ist einfacher als zu sagen: bitte keinen Käse und keine Sosse, obwohl das natürlich auch funktioniert.


Und am Samstag besuchte ich die 5-köpfige Kuhherde des Vereins Tier im Fokus im Emmental. Drei Ochsen und zwei Kühe, alle sehr friedlich und erfreut, die mitgebrachten Äpfel, Karotten, Kartoffeln und das alte Brot zu verspeisen. Und mir tat es auch mal gut, mit andern Veganern zusammen zu sein und nicht zu hören ...jetzt fängst du schon wieder damit an...!
Ein gelungenes Wochenende. Hätte gerne mehr davon!

Freitag, 25. Mai 2012

Nicht-Wissen

Seit Sonntag nicht mehr gerannt - die Woche war so voll. Auch morgen werde ich keine Zeit haben, weil ich Rosa im Emmental besuchen gehe. Rosa? Das ist das Patentier von Moritz, sein letztjähriges Geburtstagsgeschenk. Rosa, die junge Kuh, hätte mit 8 Monaten geschlachtet werden sollen, sie flüchtete und wurde nach zweistündiger Verfolgungsjagd eingefangen und auf den Bauernhof zurückgebracht, wo sie auf einen neuen Schlachttermin wartete. Sie wurde aber von Leuten von www.tier-im-fokus.ch gekauft und lebt jetzt auf einem Hof im Emmental. Moritz hat leider keine Zeit mitzukommen, weil er am Morgen Gemüse verkauft und am Abend Pizza ausliefert. Ich werde Fotos machen. Aber rennen, das schaffe ich erst am Sonntag.
Ich habe wahrscheinlich heute einen neuen Raum gefunden für meine psychologische Praxis und im gleichen Gebäude habe ich die Möglichkeit, Yoga und Pilates zu unterrichten. Ja, es ist Zeit für Veränderungen. Ich habe mich auch für einen Kurs in Zen-Meditation angemeldet, www.zen-solothurn.ch. Leere Wolke heisst die Zen-Linie. Bin sehr gespannt!
Ich mag Veränderungen, aber zu oft und zu viel ist nicht gut, das ist mir schon klar. Veränderungen lösen Blockaden und Energie wird frei, da bin ich überzeugt. Momente der Unsicherheit, des Nicht-Wissens, des Noch-nicht-entschieden-habens sind eigentlich schwierige Momente. Die meisten Menschen möchten Sicherheit, Stabilität. Aber Unsicheres hat auch etwas ungemein Starkes, ein riesiges Potential, das in einer solchen Situation schlummert. Ich mag das, dann fühle ich mich lebendig wie Wasser. Ich möchte nicht wissen, wo ich lande, wo ich hinkomme, denn wüsste ich das schon von vornherein, wäre der ganze Zauber weg. So abgedroschen das klingt: Der Weg ist wirklich das Ziel!


Sonntag, 20. Mai 2012

Newton

Ein völlig anderes Laufgefühl, überraschend, aber gut! Meine neuen Newtons! Und toll sehen die aus, endlich mal was anderes als die langweiligen Schuhe, die man sonst so sieht. Gestern gingen wir zusammen das erste Mal rennen. Eigentlich hätte ich nur etwa 2 km laufen wollen, aber es wurden 4 daraus. Denn es war echt ein gutes Gefühl. Als ich Hügel rannte, schoben mich die Schuhe irgendwie hinauf. Da ist eine Leichtigkeit, die ich so noch nicht kannte. Ich hab ja schon Nike Free und Lunar Glide und mag beide Schuhe. Aber die Newtons haben nichts mit Barfussfeeling zu tun. Sie besitzen Lamellen, die auf der Sohle, wo etwa die Zehenballen sind, hervorstehen. Das soll bewirken, dass der Aufprall reduziert wird und die Energie, die daraus entsteht, dich vorwärts katapultiert. So kannst du schneller und länger laufen. Ja, davon kriegte ich gestern einen Vorgeschmack! Aber man soll sich Zeit lassen mit der Angewöhnung, damit die Füsse nicht überfordert werden. Das werde ich tun, ich werde sie nur zu jedem dritten Lauf tragen und noch nicht für einen 10 km Lauf.
Die Schuhe kaufte ich in Deutschland, denn so viel ich weiss, gibts die in der Schweiz nur online und das würde ich nie, Schuhe ohne anzuprobieren kaufen. Ich hoffe, die Newtons und ich werden glücklich miteinander! Hier der Link für Interessierte: www.newtonrunning.com

Hier klage ich grad noch ein bisschen: ZECKEN! Mir scheint, es werden von Jahr zu Jahr mehr! Ich hab einen Spray gebastelt, mit Eukalyptusöl, die Halsbänder der Hunde mit Lemongrass bestrichen und sogar einen (natürlichen) Spray in der Landi gekauft. Es sind jetzt zwar nicht mehr die über 20 Tiere, die ich jeden Tag von den Hunden pflücke, aber so gegen die zehn sind es schon noch. Die meisten finde ich in Lolas dichtem und langem Fell. Ich hätte sie gerne mal scheren lassen und rief auch bei einer Hundefriseurin an. Aber die sagte, wenn ein Hund mit 8 Jahren zum ersten Mal Haare lassen muss, sei dies schlimm für den Hund. Er fühle sich nackt und schäme sich. Nein, das können wir Lola nicht antun. Deshalb muss ich weiterhin jeden Abend ihr Fell absuchen. Nur manchmal übersehe ich eine vollgesogene Zecke, die sich anderntags satt und zufrieden fallen lässt und meint, unser Boden sei ein Waldboden. Da liegt sie dann und wir, oft in Eile und immer in Birkenstöcken, zerquetschen das Tier. Ich muss mir angewöhnen, langsam und mit Blick auf den Boden durch die Zimmer zu gehen!

Dienstag, 15. Mai 2012

Nass und glücklich

Und schon habe ich einen Trainingsplan für den Halbmarathon im Herbst runtergeladen! Der kam vom Müncher Halbmarathon, aber die wissen noch nicht, dass ihr Datum, 12. Oktober, mir nicht passt. Deshalb werden wir wahrscheinlich den Baden-Badener Halbmarathon am 23. September rennen.

In zwei Wochen fange ich mit dem Training an. Hier noch ein Bild von mir nach dem Grand Prix vom Samstag. Nass, aber glücklich!