


die fotos machte ich vor einigen tagen am schönsten ort der welt. dort gehe ich laufen oder spazieren, und wenn ich spaziere, übe ich mich in achtsamkeit. immer wieder rauscht ein bächlein den hang herunter und jedes hat eine andere musik.
patrick schenkte mir auch drei bücher über frauen, die ihren körper durch sport entdeckten. das eine hab ich schon gelesen: running like a girl von alexandra heminsley. ich fand es zwar interessant, wenn auch ein bisschen vage und ich dachte die ganze zeit: das könnte ich auch. nämlich meine geschichte aufschreiben. und ich weiss auch schon, wie ich beginnen würde:
endlich war die zehnuhr pause da. ich stand beim lehrerpult und schälte gerade eine mandarine, als zwei schülerinnen statt in die pause zu gehen zu mir kamen und fragten: frau a., wann kommt denn das baby auf die welt? mir fiel fast das mandarinchen aus den händen. ich war 45 jahre alt, hatte drei kinder und ganz sicher nicht im sinn, ein weiteres kind zu kriegen. mein viertes kind, sozusagen, war meine masterarbeit, an der ich seit einem halben jahr schrieb. ich befand mich am ende meines psychologiestudiums, arbeitete etwa 40% als lehrerin und zog, zusammen mit patrick, drei kinder auf und einen hund. ich hetzte durchs leben und hatte natürlich keine zeit für irgendwelchen sport. manchmal, wenn ich im grossen hörsaal der uni sass, spürte ich einen dumpfen schmerz in meinen beinen. vielleicht war es von der kälte? besonders warm war es dort nie. einmal waren wir im solbad schwimmen und die bewegung hatte meinen beinen so gut getan. ich wusste, dass ich mich zu wenig bewegte, aber wo war die zeit dazu? auch unser hund, ein bergamasker, war leicht übergewichtig. wenn er glück hatte, bekam er einen spaziergang, der länger dauerte als 15 minuten.
da stand ich nun vor den beiden freundlichen schülerinnen, beide italienischer abstammung, und mir schoss das blut in den kopf. ich sagte so etwas wie: nein nein, ich bin nicht schwanger, das sind nur die kleider, die mich schwanger aussehen lassen.
tief schockiert überstand ich den morgen. jetzt war es offiziell. nicht nur ich fand manchmal, ich sähe schwanger aus, nein, nun hatten andere mein geheimnis entdeckt. wie peinlich.
wieder zuhause - natürlich war ich mit dem auto unterwegs - zog ich mich anders um und suchte die telefonnummer des fitnessstudios, in das wir seltenerweise gingen, um die sauna zu geniessen. ja, ich wusste, dass die auch geräte hatten, aber das war nur etwas für junge starke männer......
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